Löwenstein und seine Region

Geografische Lage
 Die Stadt liegt im Naturraum Schwäbisch-Fränkische Waldberge oberhalb des Sulmtales am Rand der nach ihr benannten Löwensteiner Berge in 220 bis 549 Meter Höhe. Teilweise auf Gemeindegebiet liegt der in den 1970er-Jahren künstlich angelegte Breitenauer See. 

Geologie 
Das hier sehr ausgeprägte treppenförmige Relief der Keuper-Schichtstufe am Nordwestrand der Schwäbisch-Fränkische Waldberge spiegelt sich in der siedlungsgeschichtlichen Anlage der Stadt wider. Der Nukleus der Siedlung ist die Ende des 11. Jahrhunderts auf 427 m ü. NN in beengter Spornlage auf Stubensandstein errichtete Burg Löwenstein. Die darunter liegende Kieselsandsteinterrasse auf 385 m ü. NN wurde spätestens ab dem 13. Jahrhundert mit der Kernstadt nahezu vollständig überbaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg konnten Neubaugebiete nur auf dem wiederum eine Stufe tiefer liegenden Schilfsandstein (Teusserbad und Neue Gärten) auf etwa 260–300 m ü. NN oder auf der Stubensandsteinhochfläche beim Ortsteil Hirrweiler angelegt werden. Die aus dem Mittelalter stammenden Gehöfte Beckershof und Breitenauer Hof liegen unterhalb der prägnanten Oberkeuperstufe beidseits der Sulm-Mulde auf zwei Hügeln des intensiv für Wein- und Obstbau genutzten Gipskeupers. Die Hügel tragen obenauf Reste alter Schuttdecken.[3] Die Stadt Löwenstein ist Namensgeberin der geologischen Löwenstein-Formation, die unter ihrem ursprünglichen Namen Stubensandstein bekannt ist. 

Nachbargemeinden
 Nachbarstädte und -gemeinden Löwensteins sind (im Uhrzeigersinn, beginnend im Süden): Oberstenfeld (Ortsteil Prevorst, Landkreis Ludwigsburg), die Stadt Beilstein, die Stadt Lauffen am Neckar (Exklave Stadtwald Etzlenswenden), Untergruppenbach, Lehrensteinsfeld, Obersulm, Bretzfeld (Hohenlohekreis) und Wüstenrot. Bis auf Oberstenfeld und Bretzfeld gehören alle zum Landkreis Heilbronn. Mit Obersulm ist Löwenstein eine Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft eingegangen. 

Stadtgliederung
Löwenstein gliedert sich in die Kernstadt Löwenstein und den eingemeindeten Stadtteil Hößlinsülz. Zu Löwenstein selbst gehören noch die Weiler Altenhau, Hirrweiler, Lichtenstern (ehemaliges Kloster und heutige Evangelische Stiftung Lichtenstern), Reisach und Rittelhof, die Höfe Beckershof und Breitenauer Hof sowie die Wohnplätze Bachhäusle, Frankenhof, Gerberhäusle, Klostermühle, Mittelmühle, Obermühle, Sanatorium Löwenstein, Seemühle, Teusserbad, Weingarthaus und Ziegelhütte. Auch die Kuppe des 538,9 m hohen Stocksberg mit dem Stocksberger Jagdhaus gehört als Wohnplatz Stocksberg zu Löwenstein, nicht jedoch der am Nord- und Osthang gelegene gleichnamige Weiler, der zur Nachbarstadt Beilstein gehört. Abgegangene, heute nicht mehr bestehende Orte auf Markung Löwenstein sind Schlagweiler und Spelach.

Geschichte
Um 1090 wurde die Burg Löwenstein von den Grafen von Calw als Verwaltungsmittelpunkt am Salzhandelsweg von Heilbronn nach Hall erbaut. Eine auf der Burg sitzende Seitenlinie der Calwer Grafen nannte sich Grafen von Löwenstein und wurde 1123 erstmals in einer Urkunde erwähnt. Der Name Löwenstein geht auf das Wappenbild der Calwer Grafen zurück, das einen auf einem Dreiberg stehenden Löwen zeigt. Nach dem Aussterben der Calwer Hauptlinie verkaufte der ebenfalls ohne männliche Nachkommen gebliebene Graf Gottfried von Löwenstein die Grafschaft Löwenstein mit Burg und Ort Löwenstein 1277 an das Bistum Würzburg. Dieses veräußerte den Besitz 1281 an König Rudolf von Habsburg, der damit seinen unehelichen Sohn Albrecht von Schenkenberg belehnte und den Ort am 11. November 1287 mit der Verleihung der Rechte der Stadt Weinsberg zur Stadt erhob.

Albrecht von Schenkenberg begründete eine zweite, habsburgische Grafschaft Löwenstein, die um 1300 u. a. durch ihre Lage an der alten Handelsstraße und als Grenzort zum südlich gelegenen Württemberg noch ein bedeutender Machtfaktor in Südwestdeutschland war, jedoch nach dem Tode Albrechts 1304 an Bedeutung verlor und um 1375 einen wirtschaftlichen Niedergang erlebte. 1382 wurde die Hälfte der Grafschaft an die Kurpfalz verpfändet, 1441 schließlich die gesamte Grafschaft an die Kurpfalz verkauft. Graf Ludwig I. von Löwenstein, ein Sohn des Kurfürsten Friedrich der Siegreiche, begründete daraufhin die dritte, wittelsbach-kurpfälzische Dynastie der Grafen von Löwenstein. 1504 wurde Löwenstein im Landshuter Erbfolgekrieg von Herzog Ulrich von Württemberg erobert. Die Grafen von Löwenstein erhielten die Grafschaft 1510 als württembergisches Lehen zurück. Außerdem erlangten sie durch Heirat auch Besitz der Grafschaft Wertheim, wohin sie später umzogen und sich seitdem zu Löwenstein-Wertheim nennen.

Im Dreißigjährigen Krieg hatte auch Löwenstein sehr an Truppendurchzügen, Plünderungen und Seuchen zu leiden. Besondere Notzeiten waren nach der Schlacht bei Nördlingen im September 1634, als bei der Schlacht unterlegene Truppen den Ort durchströmten. Im Folgejahr starben in Löwenstein 314 Personen an der Pest. Viele Güter lagen über Jahrzehnte brach. Die Kriegslasten des späten 17. Jahrhunderts verhinderten eine Beseitigung der Armut. Im 18. Jahrhundert versuchte man durch vielerlei Bestrebungen wie die Errichtung des Kurbads Teusserbad, die Verbesserung des Weinbaus, die Ansiedlung von Krämern, den Ausbau der Straße von Heilbronn nach Hall zur Chaussee und die Errichtung eines Viehmarkts (1790) der Armut in Löwenstein zu begegnen, doch dauerte es noch bis ins frühe 19. Jahrhundert, bis sich eine Besserung der Lebensverhältnisse einstellte.

1810 wurde Löwenstein dem württembergischen Oberamt Backnang, 1812 dem Oberamt Weinsberg zugeordnet, wo es bis zu dessen Auflösung 1926 verblieb. Nach der Auflösung wurde die Stadt dem Oberamt Heilbronn (ab 1938 Landkreis Heilbronn) zugeteilt. Im Zweiten Weltkrieg wurde Löwenstein am 14. April 1945 durch einen alliierten Fliegerangriff zu drei Vierteln zerstört. Zu den Verlusten zählte auch das historische Schloss Löwenstein. 1939 wurden 1257 Einwohner gezählt, Ende 1945 waren es 1425. Nach Ende des Krieges erfolgte der Wiederaufbau des Ortes.


Religionen
Auf heutigem Löwensteiner Gebiet gab es früher das Zisterzienserinnen-Kloster Lichtenstern, das im Zuge der Reformation 1535 aufgehoben wurde. Anschließend wurde ein Klosteroberamt eingerichtet, das die früheren Liegenschaften des Klosters verwaltete und bis 1807 bestand. Nach Auflösung des Amts und einsetzendem Verfall der Anlagen entstand ab 1835 eine Kinderrettungsanstalt, die 1865 zur Königlichen Stiftung erhoben wurde. Die Stiftung unterhält heute Einrichtungen in Löwenstein, Obersulm, Heilbronn und Eppingen.

In Löwenstein gibt es eine evangelische Kirchengemeinde. Für die katholischen Christen ist die römisch-katholische Kirchengemeinde in (Obersulm-)Affaltrach zuständig.

Evangelische Tagungsstätte
In Löwenstein befindet sich auch die Evangelische Tagungsstätte Löwenstein (ETL), eine der ältesten kirchlichen Tagungsstätten in Deutschland. Sie wurde am 4. Juli 1971 eingeweiht. Träger der Tagungsstätte ist der Verband der Kirchenbezirke Besigheim, Brackenheim, Heilbronn, Marbach, Neuenstadt und Weinsberg. Die ETL veranstaltet meditative, kreative, theologische, lebensbegleitende und gesellschaftspolitische Tagungen und Seminare. Sie steht allen Veranstaltern aus Kirche, Wirtschaft und Verwaltung gleichermaßen zur Verfügung.

Eingemeindungen
Am 1. Januar 1971 erfolgte die freiwillige Eingemeindung von Hößlinsülz.

 

(Quelle: Opens external link in new windowwikipedia )

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